DenkStätte Weiße Rose

Ich wollte schon lange in die DenkStätte Weiße Rose im Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Jedes Mal, wenn ich am Geschwister-Scholl-Platz vorbeikam, habe ich es mir vorgenommen und dann doch wieder aufgeschoben.

Bis ich mir endlich einen Nachmittag dafür “freigenommen” habe. Von außen sieht man dem Universtitätsgebäude nicht an, welche traurige Geschichte hinter der Fassade verborgen ist.

Doch drinnen, im LIchthof, spürte ich sofort die Vergangenheit. Vielleicht lag das auch daran, dass ich die Kulisse aus einem Film über die Weiße Rose kannte. Der Lichthof ist hell, offen, und riesig groß. Automatisch schaut man nach oben auf den Balkon und erwartet geradezu, dass gleich Flugblätter hinuntersegeln, so wie im zweiten Weltkrieg.

Lichthof der LMU

Am 18. Februar 1943 verteilten Hans und Sophie Scholl hier das sechste Flugblatt der Weißen Rose. Als sie die restlichen Flugblätter von der Galerie im zweiten Stock in den Lichthof hinabwarfen, wurden sie vom Hausmeister entdeckt und festgehalten, bis die Gestapo eintraf und sie verhaftete. Ich konnte mir die Szene bildlich vorstellen und trotz des warmen Wetters lief mir ein Schauer über den Rücken.

Ausstellung Weiße Rose

An der Stelle auf der Galerie, an der die Flugblätter vermutlich abgeworfen wurden, erinnert seit 1946 eine Gedenktafel, an die sieben hingerichteten Mitglieder der studentischen Widerstandsgruppe: Willi Graf, Professor Kurt Huber, Hans Leipelt, Christoph Probst, Alexander Schmorell sowie Hans und Sophie Scholl.

In der Ausstellung selbst gibt es viele Informationen zur Weißen Rose und zu den einzelnen Personen. Texte, Dokumente, aber auch Videos und Audios, die Hintergründe erklären und Stimmen hörbar machen. Man kann sich Zeit nehmen, Inhalte auswählen, stehen bleiben oder weitergehen. Ich habe einige Stunden dort verbracht, und mir alles angehört.

Dort habe ich auch erfahren, das Christoph Probst, einer der Urheber der Briefe der Weißen Rose, ab Dezember 1942 an der Universtät Innbruck in der damaligen Ostmark (Österreich) studierte. Das gab mir die Inspiration für Bärbel Egger, eine der Hauptfiguren in meinem Roman Geheime Pfade im Schnee. Sie ist mit Christoph Probst befreundet und muss fliehen, nachdem er verhaftet wird. Daraufhin versteckt sie sich bei ihrer Großmutter in den Bergen im Montafon, wo sie schließlich auf die anderen Portagonisten trifft.

Wenn Sie mal in München sind, kann ich einen Besuch in der DenkStätte Weiße Rose wärmstens empfehlen.


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